Angelbleie unterscheiden sich vor allem in der Form, und die richtet sich nach dem Gewässer. Das Laufblei (Durchlauf-, Oliven-, Inlineblei) lässt die Schnur frei laufen, sodass der Fisch keinen Widerstand spürt - der Standard fürs Grundangeln. Flache Formen wie Sarg- und Tellerblei bieten der Strömung wenig Angriffsfläche und halten im Fluss; das Krallenblei verankert sich in der Sandbrandung. Das Tiroler Hölzl steht durch einen Auftriebskörper aufrecht und führt die Schnur über hängerträchtigen Grund. Fürs Drop-Shot gibt es Clip-Bleie (Stab- oder Kugelform), zum Jiggen die Cheburashka als beweglichen Bleikopf, zum Ausbleien von Posen das Bleischrot. Grundregel: so leicht wie möglich, so schwer wie nötig. Achtung: Ein EU-weites Bleiverbot ist beschlossen und wird schrittweise mit Übergangsfristen umgesetzt (Stand Juli 2026); Alternativen sind Tungsten, Eisen und Bismut.
Das Blei ist der stille Helfer jeder Montage: Es bringt den Köder auf Weite und Tiefe und hält ihn dort, wo der Fisch ihn finden soll. Doch die richtige Wahl ist mehr als „schwer genug” - die Form entscheidet, ob der Köder sauber am Grund liegt oder in der Strömung davonrollt, ob die Montage im Kraut hängen bleibt oder frei darüber gleitet. Dieser Guide zeigt alle Bleiformen und wann welche passt - und den aktuellen Stand zum EU-Bleiverbot.
Die Bleiformen
- Laufblei / Durchlaufblei: Sammelbegriff für Bleie, durch die die Schnur frei läuft - dazu zählen Olivenblei (mittig am dicksten), Tropfen- und Inlineblei. Der Standard fürs Grundangeln, weil der Fisch widerstandslos Schnur nehmen kann.
- Sargblei: sechseckig und flach, bietet der Strömung wenig Angriffsfläche - der Klassiker für den Fluss.
- Tellerblei: flach und zylindrisch, kaum Strömungswiderstand, mit guter Bodenhaftung an Kanten.
- Birnen- / Tropfenblei: die universelle Form für Raub- und Friedfisch in stehenden bis leicht fließenden Gewässern.
- Krallenblei / Brandungsblei: länglich, mit Metallkrallen, die sich im Sand verankern - für weite Würfe in der Brandung.
- Tiroler Hölzl: ein Bleigewicht an einem luftgefüllten Kunststoffröhrchen, das durch seinen Auftrieb aufrecht steht und die Schnur frei über hängerträchtigen Grund führt.
- Kugelblei: universell, ideal fürs Driftangeln, weil es über den Grund rollt.
- Bleischrot / Klemmblei: kleine, gespaltene Kügelchen zum Ausbleien von Posenmontagen, meist sortiert in einer Dose.
Bleie für Spezialmontagen
Einige Bleie gehören zu bestimmten Methoden:
- Drop-Shot-Blei: hat statt einer Öse einen Clip, in den man das Vorfach unter dem Haken einklemmt und so schnell die Höhe verstellt. Es gibt Stab- und Kugelform; die Stabform rutscht auf steinigem Grund seltener in Spalten. Mehr im Drop-Shot-Guide.
- Cheburashka: ein beweglicher Bleikopf mit herausnehmbarer Spange als Gelenk - der Gummiköder hängt frei am Offset-Haken. Vorteile gegenüber dem festen Jigkopf: leichteres Einsaugen, seitliches Wegkippen beim Absinken (reizt Zander und Barsch) und schneller Köderwechsel ohne Gummischaden.
- Inlineblei: für Selbsthakmontagen, bei denen sich der Fisch am schweren Blei selbst hakt.
- Lotblei: zum Ausloten der Wassertiefe, an die Pose geklemmt.
Welche Montage welches Blei braucht, steht ausführlich bei den Montagen.
So schwer wie nötig
Über allem steht eine Regel: so leicht wie möglich, so schwer wie nötig. Ein zu schweres Blei wirkt unnatürlich, und der Fisch spürt beim Biss Widerstand; ein zu leichtes verliert in Strömung und Wind den Grundkontakt oder trägt nicht weit genug. Man wählt also gerade so viel Gewicht, dass die Montage sauber liegt und man den Grund fühlt. Die einzige Ausnahme ist das Drop-Shot: Weil Köder und Blei dort getrennt sind, darf das Blei ruhig schwerer sein, ohne die Präsentation zu stören.
Das EU-Bleiverbot und die Alternativen
Blei ist giftig, und die EU hat darauf reagiert: Ein EU-weites Bleiverbot für Angelgewichte ist beschlossen. Der zuständige REACH-Ausschuss hat 2026 einem Entwurf zugestimmt - es handelt sich um ein Verkaufsverbot, kein Verwendungsverbot, das schrittweise mit Übergangsfristen greift: für kleine Drop-in-Gewichte und Bleidraht kurz, für Gewichte bis 50 Gramm einige Jahre, für schwerere bis ein Kilogramm länger. Ausgenommen sind unter anderem winzige Klemmbleie in kindersicherer Verpackung und bestimmte Legierungen mit geringem Bleianteil. Die Schweiz als Nicht-EU-Land ist davon nicht erfasst. Weil das Thema politisch in Bewegung ist, gilt der hier genannte Stand für Juli 2026 - vor dem Kauf lohnt der Blick auf die aktuelle Lage.
Als Alternativen setzt sich vor allem Tungsten (Wolfram) durch: Es ist dichter als Blei (baut also kompakter), sinkt minimal schneller - aber es ist deutlich teurer. Daneben gibt es Gewichte aus Eisen und Stahl, Bismut, Keramik/Glas und sogar Stein. Welche Schnur und welches Vorfach dazu passen, steht im Schnur- und Vorfach-Guide.
Häufige Fragen zu Angelblei & Gewichte
Welche Bleiform für welches Gewässer?
Nach der Strömung. In stehenden bis leicht fließenden Gewässern taugt ein Birnen- oder Laufblei. In der Strömung nimmt man flache Formen - Sargblei (sechseckig) oder Tellerblei -, weil sie wenig Angriffsfläche bieten und nicht wegrollen. In der Sandbrandung verankert sich ein Krallenblei und erlaubt weite Würfe. Über hängerträchtigem, steinigem oder krautigem Grund führt ein Tiroler Hölzl die Schnur dank seines Auftriebskörpers frei über die Hindernisse. Und beim Driftangeln rollt ein Kugelblei über den Grund.
Was ist ein Laufblei?
Ein Blei, durch das die Hauptschnur frei läuft - daher der Name. Dazu zählen das Durchlaufblei, das Olivenblei (in der Mitte am dicksten) und das Inlineblei. Der Sinn: Nimmt der Fisch den Köder, kann er Schnur abziehen, ohne den Widerstand des Bleis zu spüren, und schöpft keinen Verdacht. Ein Gummistopper oder eine Perle vor dem Wirbel schützt den Knoten vor dem anschlagenden Blei. Das Laufblei ist die Basis fast jeder Grundmontage.
Was ist eine Cheburashka?
Ein beweglicher Bleikopf mit einer herausnehmbaren Spange, die als Gelenk zwischen Karabiner und Haken sitzt. Anders als beim fest verbundenen Jigkopf hängt der Gummiköder frei beweglich am Offset-Haken. Das hat Vorteile: Der Köder lässt sich leichter einsaugen, fällt beim Absinken verführerisch zur Seite (reizt Zander und Barsch), und man wechselt den Köder schnell, ohne ihn zu beschädigen. In Hechtgewässern gehört ein Stahlvorfach davor. Mehr zur Montage steht in den Praxis-Guides.
Gilt die Regel 'so leicht wie möglich'?
Ja, sie ist die Grundregel beim Beschweren: so leicht wie möglich, so schwer wie nötig. Zu schwer wirkt unnatürlich und der Fisch spürt beim Biss Widerstand; zu leicht, und man verliert in Strömung oder Wind den Grundkontakt oder wirft nicht weit genug. Man wählt also gerade so viel Gewicht, dass die Montage sauber liegt beziehungsweise fühlbaren Grundkontakt hält. Eine Ausnahme ist das Drop-Shot: Weil dort Köder und Blei getrennt sind, darf das Blei ruhig etwas schwerer sein, ohne die Köderpräsentation zu stören.
Kommt das Bleiverbot - und was sind die Alternativen?
Ein EU-weites Bleiverbot für Angelgewichte ist auf den Weg gebracht: Der zuständige REACH-Ausschuss hat 2026 einem Entwurf zugestimmt. Es handelt sich um ein Verkaufsverbot (kein Verwendungsverbot), das schrittweise mit Übergangsfristen greift - für kleine Gewichte kürzer, für größere länger. Ausgenommen sind unter anderem winzige Klemmbleie und bestimmte Legierungen. Für die Schweiz als Nicht-EU-Land gilt das nicht. Weil das Thema politisch in Bewegung ist, lohnt der Blick auf den aktuellen Stand. Alternativen zum Blei sind vor allem Tungsten (Wolfram, dichter und teurer), außerdem Eisen, Bismut, Glas und Stein.
- simfisch.de - Angelblei-Arten und ihre Einsatzgebiete
- Fisch-Hitparade - Angelblei: Arten und Einsatzgebiete
- simfisch.de - Angeln mit Cheburashka
- DAFV - EU-Bleibeschränkung für Angelgeräte: Stand & Einordnung
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.