raubfischmagazin
Ausrüstung

Angelhaken

Der Haken ist das kleinste und wichtigste Teil der ganzen Montage - an ihm entscheidet sich, ob der Fisch hängen bleibt. Dieser Guide bringt Ordnung in die Hakenwelt: die Typen vom Drilling bis zum Offset-Haken, das gegenläufige Größensystem, die Anatomie und die Frage Widerhaken oder nicht - plus eine Tabelle, welcher Haken zu welchem Köder passt.

Von der Redaktion Stand: Juli 2026
Angelhaken fürs Raubfischangeln
Das Wichtigste in Kürze

Beim Angelhaken zählen Typ, Größe und Schärfe. Die wichtigsten Typen fürs Raubfischangeln sind der Einzelhaken, der Drilling (Treble, für Kunst- und Köderfisch), der Offset-Haken (versteckt sich im Gummiköder, hängerarm) und der Wide-Gap-Haken (weiter Bogen, hakt sicher). Das Größensystem ist gegenläufig: Bei den kleinen Zahlen bedeutet eine größere Zahl einen kleineren Haken (ein 12er ist winzig, ein 1er schon größer); ab Größe 1/0 dreht sich das um, und größere Zahlen vor dem /0 bedeuten größere Haken (6/0 ist riesig). Die Hakengröße richtet sich nach dem Köder: kleine Haken für Made und Teig, mittlere für Wurm und Köderfischfetzen, große Drillinge und Einzelhaken für Köderfisch und Wels. Ein scharfer Haken ist Pflicht - stumpfe Spitzen nachschärfen oder tauschen. Ob mit oder ohne Widerhaken hängt von Gewässerordnung und Einstellung ab; widerhakenlos ist schonender.

Typ + Größe
das zählt Einzel, Drilling, Offset, Wide-Gap, Circle
gegenläufig
Größensystem kleine Zahl = großer Haken; ab 1/0 umgekehrt
scharf
die Pflicht stumpfe Haken nachschärfen oder tauschen

Er ist das billigste Teil am ganzen Gerät und entscheidet doch über alles: Kein noch so guter Köder, keine noch so teure Rute fängt etwas, wenn der Haken nicht sitzt. Dabei ist die Hakenwelt für Einsteiger ein Dschungel - Dutzende Formen, ein verwirrendes Größensystem, dazu die Frage nach dem Widerhaken. Dieser Guide bringt Ordnung hinein: die wichtigsten Typen, das Größensystem, die Anatomie und welcher Haken zu welchem Köder und Fisch passt.

Die Hakentypen

Fürs Raubfischangeln zählen vor allem diese Formen:

  • Einzelhaken: der Standard, vorgebunden (mit Vorfach) oder lose zum Selbstbinden.
  • Drilling (Treble): drei Spitzen an einem Körper, die klassische Bestückung von Kunstködern und Köderfischmontagen. Daneben gibt es den Zwillingshaken für Köderfisch und Wels.
  • Offset-Haken: länglich, mit einem rechtwinklig geknickten Öhr. Der Haken lässt sich fast vollständig im weichen Gummiköder verstecken - das macht ihn nahezu hängerfrei (weedless), ideal für Kraut, Holz und Steine.
  • Wide-Gap-Haken: weiter Bogen, kurzer Schenkel. Er greift auch bei voluminösen Ködern sicher, weil die Spitze frei bleibt - top für Gummi und Drop-Shot.
  • Circle Hook (Kreishaken): kreisförmig gebogen, mit nach innen zeigender Spitze. Er hakt sich beim Wegschwimmen des Fisches selbst im Maulwinkel - man schlägt nicht an, sondern nimmt nur Spannung auf.
  • Butthaken / Worm Hook: langschenklig, teils mit kleinen Widerhaken am Schenkel, für schmale, längliche Köder und Würmer.

Der Jighaken (fest im Bleikopf) gehört primär zum Köder und zur Montage; sein Nachteil gegenüber dem Offset ist, dass er eher Kraut sammelt und der Köder leichter abreißt.

Das Größensystem

Kaum etwas verwirrt Einsteiger so wie die Hakengrößen, denn das System ist gegenläufig:

  • Im Bereich der kleinen Zahlen (etwa 1 bis 18 und höher) gilt: je größer die Zahl, desto kleiner der Haken. Ein 18er ist winzig (für die Made), ein 2er schon ordentlich.
  • Ab Größe 1 kommt das /0-System („0er”): 1/0, 2/0, 3/0 und so weiter. Hier dreht sich die Logik um: je größer die Zahl vor dem /0, desto größer der Haken. Ein 6/0 ist ein mächtiger Wels- oder Köderfischhaken.

Merksatz: von 18 abwärts wird der Haken größer, ab 1/0 aufwärts ebenfalls - dazwischen, bei der 1, liegt der Wendepunkt.

Die Anatomie

Jeder Haken besteht aus denselben Teilen: dem Öhr oder Plättchen (zum Anbinden), dem Schenkel, dem Hakenbogen (der Biegung), dem Widerhaken und der Hakenspitze - die entweder gerade oder nach innen gebogen ist. Bei „geschränkten” Haken ist die Spitze zusätzlich seitlich abgewinkelt, sodass sie sich beim Anschlag ins Maul dreht. Die Materialstärke entscheidet über die Belastbarkeit: dünndrähtige Haken für feine Köder und vorsichtige Fische, kräftige für Großfische.

Welcher Haken für welchen Köder

Die Hakengröße richtet sich in erster Linie nach dem Köder. Bewährte Orientierungswerte (nach Gamakatsu):

KöderHakengrößeMerkmal
Made16-18sehr dünner Haken
Bienenmade (Forelle)8-12geschränkt
Wurm2-8Widerhaken am Schenkel
Mais6-10weiter Bogen
Teig / Paste6-12mit Metallspirale
Fisch / Aal4-8schmaler Haken
Köderfisch4er-6er Drillingstabiles Modell

Für Gummiköder nimmt man Offset- oder Wide-Gap-Haken (mehr im Gummifisch-Guide), für den Köderfisch stabile Drillinge oder Zwillinge (siehe Montagen), und für den Wels sehr große, kräftige Haken - hier sichert man den Köder zusätzlich mit Baitband oder einem Köderclip.

Widerhaken oder nicht

Der Widerhaken (Barb) hält den Haken sicher im Fischmaul und verhindert, dass er sich im Drill löst. Dem gegenüber sind widerhakenlose Haken - oder solche mit angedrücktem Widerhaken - deutlich schonender: Sie lassen sich schneller und mit weniger Verletzung lösen, was beim Zurücksetzen zählt und den Fisch weniger stresst. In der Schweiz ist das Angeln mit Widerhaken in Fliessgewässern generell verboten, an Seen regeln es die Kantone unterschiedlich; auch an vielen Salmonidenstrecken in Deutschland und Österreich ist widerhakenlos vorgeschrieben. Die genauen Regeln nennt die Gewässerordnung - wer keinen widerhakenlosen Haken zur Hand hat, drückt den Widerhaken mit der Zange an.

Scharf bleibt fängig

Ein Haken ist nur so gut wie seine Spitze. Ein einfacher Test: Zieht man die Spitze über den Fingernagel und sie „greift”, statt abzurutschen, ist sie scharf. Gerade beim grundnahen Angeln stumpfen Haken mit der Zeit ab - dann hilft ein Hakenschärfer, oder man tauscht den Haken. Wie man Haken sicher anbindet, zeigt der Knoten-Guide; das passende Vorfach steht im Vorfach-Guide.

Häufige Fragen zu Angelhaken

Welche Hakentypen gibt es fürs Raubfischangeln?

Die wichtigsten sind: der Einzelhaken (Standard, vorgebunden oder zum Selbstbinden), der Drilling oder Treble (drei Spitzen, für Kunstköder und Köderfisch), der Offset-Haken (länglich mit rechtwinklig geknicktem Öhr, für weiche Gummiköder - der Haken verschwindet fast im Köder und läuft hängerarm), der Wide-Gap-Haken (weiter Bogen, kurzer Schenkel, greift auch bei dicken Ködern) und der Circle Hook oder Kreishaken (nach innen gebogene Spitze, hakt sich beim Wegschwimmen selbst, ohne Anhieb). Für Würmer gibt es langschenklige Butthaken.

Wie funktioniert das Hakengrößen-System?

Es ist gegenläufig, was Anfänger oft verwirrt. Im Bereich der kleinen Zahlen (etwa 1 bis 18 und höher) gilt: je größer die Zahl, desto kleiner der Haken - ein 12er ist winzig, ein 2er schon deutlich größer. Ab Größe 1 kommt dann das /0-System ("0er"): 1/0, 2/0, 3/0 und so weiter, und hier dreht sich die Logik um - je größer die Zahl vor dem /0, desto größer der Haken. Ein 6/0 ist also ein sehr großer Haken für Wels oder großen Köderfisch.

Welcher Haken für welchen Köder?

Nach dem Köder richtet sich die Größe: sehr kleine, dünne Haken (16 bis 18) für die Made, 8 bis 12 für die Bienenmade auf Forelle, 2 bis 8 für den Wurm (gern mit Widerhaken am Schenkel), 6 bis 12 für Teig (am besten Teighaken mit Metallspirale), 4 bis 8 für Fisch und Aal. Für den Köderfisch am Kunst- oder Naturköder nimmt man stabile Drillinge (etwa 4 bis 6), für Gummiköder Offset- oder Wide-Gap-Haken, für den Wels große, kräftige Einzel- oder Zwillingshaken.

Widerhaken oder widerhakenlos?

Der Widerhaken (Barb) verhindert, dass sich der Haken beim Drill wieder löst - er hält also sicherer. Widerhakenlose Haken (oder angedrückte Widerhaken) sind dafür schonender: Sie lassen sich schneller und mit weniger Verletzung lösen, was gerade beim Zurücksetzen (Catch & Release) zählt. An vielen Salmonidenstrecken und in der Schweiz ist widerhakenlos vorgeschrieben - die genauen Regeln stehen in der Gewässerordnung, im Zweifel drückt man den Widerhaken einfach mit der Zange an.

Woran erkennt man einen guten Haken?

An der Schärfe und der Stabilität. Die Hakenspitze muss nadelscharf sein - ein einfacher Test ist, ob sie an der Fingernagelkante 'greift' statt abzurutschen. Gerade beim grundnahen Angeln stumpfen Haken mit der Zeit ab; dann schärft man sie mit einem Hakenschärfer nach oder tauscht sie. Bei großen Fischen zählt zusätzlich die Materialstärke: ein zu dünner Haken biegt auf, ein hochwertiger aus gutem Stahl (etwa von Gamakatsu oder Owner) hält.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.