Der Sbirolino (auch Bombarde) ist eine Wurfhilfe in Posenform: Er trägt sehr leichte Köder wie Bienenmade, Forellenteig oder kleine Kunstköder weit hinaus - vor allem beim Forellenangeln am See. Sein entscheidender Vorteil: Die Lauftiefe ist unabhängig vom Gesamtgewicht, sie hängt allein vom Typ ab. Es gibt schwimmende, schwebende, langsam sinkende und schnell sinkende Modelle, sodass selbst ein schweres 30-Gramm-Modell flach unter der Oberfläche laufen kann. Montiert wird er laufend: Sbirolino auf die Hauptschnur (Stab zur Rute), dann eine Perle als Knotenschutz, ein Dreifachwirbel gegen Schnurdrall und dahinter ein 1,20 bis 1,80 m langes Vorfach. Geführt wird einfach durch gleichmäßiges Einkurbeln, mit gelegentlichen Pausen - je schneller man kurbelt, desto höher steigt ein sinkender Sbirolino. Hauptzielfisch ist die Regenbogenforelle am Forellensee, auch die Meerforelle.
Sehr leichte Köder und weite Würfe schließen sich normalerweise aus - eine einzelne Bienenmade oder ein Krümel Forellenteig fliegt kaum über die Rutenspitze hinaus. Der Sbirolino löst dieses Problem und hat damit das Forellenangeln am See verändert. Dieser Guide erklärt, wie die Wurfhilfe funktioniert, welcher Typ in welche Tiefe gehört, wie die Montage aufgebaut wird und welche Köder daran fangen.
Was ein Sbirolino ist
Der Sbirolino - im Italienischen und bei vielen Anglern Bombarde genannt - ist eine Wurfhilfe: ein Wurfgewicht in länglicher Posenform, das man vor den eigentlichen Köder auf die Schnur schaltet. Sein Gewicht bringt den leichten Köder auf Distanz, ohne ihn zu beschweren.
Der entscheidende Clou: Die Lauftiefe ist unabhängig vom Gesamtgewicht. Ein 19-Gramm-Sbirolino kann mit nur wenigen Gramm effektivem Absinkgewicht arbeiten - vergleichbar mit einer nur leicht ausgebleiten Pose. So wirft man weit und präsentiert den Köder trotzdem federleicht in genau der Wasserschicht, in der die Forellen stehen.
Die Typen: von schwimmend bis Fondo
Den Sbirolino gibt es - unabhängig vom Gewicht - in vier Auftriebsvarianten, die jeweils eine andere Wasserschicht bedienen:
| Typ (italienisch) | Verhalten | Wasserschicht |
|---|---|---|
| Schwimmend (Superficie) | treibt oben | direkt unter der Oberfläche |
| Schwebend / langsam sinkend (Mezzofondo) | sinkt langsam | mittlere Schicht |
| Sinkend (Fondo) | sinkt zügig | untere Schicht |
| Schnell sinkend (Superfondo) | sinkt schnell | tief, am Grund |
Man wählt den Typ danach, in welcher Tiefe die Forellen fressen - und feint über das Einholtempo nach. Weil selbst ein schweres Modell flach laufen kann, ist der Sbirolino viel flexibler als eine klassische Pose.
Die Montage
Der Sbirolino wird laufend montiert - die Reihenfolge auf der Hauptschnur:
- Sbirolino aufziehen, das Führungsröhrchen (der Stab) zeigt zur Rute.
- Perle oder ein kurzes Schlauchstück als Knotenschutz.
- Dreifachwirbel anbinden - er hält das lange Vorfach vom Drall fern.
- Vorfach an die andere Wirbelseite: 1,20 bis 1,80 m lang, je größer der Sbirolino, desto länger.
Als Schnur bewähren sich rund 0,18 bis 0,20 mm für die Hauptschnur und ein etwas dünneres Vorfach von 0,16 bis 0,18 mm. Mehr zu Wirbel und Perle steht im Wirbel-Guide, die passenden Knoten im Knoten-Guide.
Die Führung
Die Führung ist denkbar einfach: gleichmäßig einkurbeln - der Sbirolino läuft von selbst in seiner Tiefe. Wer variiert, fängt mehr: Gelegentliche Pausen lassen Köder und Sbirolino wieder etwas absinken, und über das Tempo steuert man die Tiefe fein - je schneller man kurbelt, desto höher steigt ein sinkender Sbirolino. Hat man die Fresstiefe gefunden, bleibt man konsequent bei diesem Tempo.
Die Köder
An den Sbirolino kommen die klassischen Forellenköder:
- Bienenmade: zwei fette Maden L-förmig angeködert, sodass sie im Wasser leicht rotieren - der Dauerbrenner.
- Forellenteig: schwimmend angeboten, in Leucht- oder Naturfarben.
- Kleine Kunstköder: Spinnerblätter, Twister und beim Meerforellenangeln der Streamer.
Die Zielfische
Der Sbirolino ist die Standardmethode auf Regenbogenforellen am Forellensee, wo man weit hinaus und in wechselnden Tiefen suchen muss. An der Küste ist die Meerforelle ein wichtiges Ziel, an dem der Sbirolino der Fliege die nötige Wurfweite verschafft. Gelegentlich fängt er auch Barsch. Wie die Forellen ticken und welche weiteren Methoden es gibt, steht im Forellen-Guide.
Häufige Fragen zu Sbirolino
Was ist ein Sbirolino und wozu braucht man ihn?
Ein Sbirolino (auch Bombarde) ist eine Wurfhilfe - ein Wurfgewicht in Posenform, das man vor den eigentlichen Köder schaltet. Sehr leichte Köder wie eine Bienenmade oder ein kleiner Forellenteig lassen sich sonst kaum werfen; mit dem Sbirolino davor fliegen sie weit hinaus. Sein großer Vorteil: Die Lauftiefe ist unabhängig vom Gesamtgewicht - ein schwerer Sbirolino kann trotzdem flach laufen, weil die Tiefe vom Typ bestimmt wird, nicht vom Gewicht.
Welche Sbirolino-Typen gibt es und wann nimmt man welchen?
Es gibt den Sbirolino unabhängig vom Gewicht in schwimmend, schwebend, langsam sinkend und schnell sinkend. Der schwimmende präsentiert den Köder flach direkt unter der Oberfläche, der schwebende und langsam sinkende die mittleren Wasserschichten, der schnell sinkende die tiefen Zonen. Die italienische Klassifizierung unterscheidet Superficie (schwimmend), Mezzofondo (langsam sinkend), Fondo (sinkend) und Superfondo (schnell sinkend). Man wählt den Typ danach, in welcher Tiefe die Forellen stehen.
Wie baut man die Sbirolino-Montage auf?
Die Hauptschnur wird durch das Führungsröhrchen des Sbirolinos gezogen, wobei der Stab in Richtung Rute zeigt. Darauf folgt eine kleine Perle oder ein Schlauchstück als Knotenschutz, dann ein Dreifachwirbel gegen Schnurdrall. Auf die andere Seite des Wirbels kommt das Vorfach - 1,20 bis 1,80 Meter lang, je größer der Sbirolino, desto länger. Als Schnurstärke bewähren sich rund 0,18 bis 0,20 mm für die Hauptschnur und 0,16 bis 0,18 mm fürs Vorfach.
Wie führt man den Sbirolino?
Die Montage wird einfach nur gleichmäßig eingekurbelt - der Sbirolino läuft von selbst in seiner Tiefe. Gelegentliche Pausen lassen Köder und Sbirolino wieder etwas absinken. Über das Tempo steuert man die Tiefe fein: Je schneller man einkurbelt, desto höher steigt ein sinkender Sbirolino. Findet man die Tiefe, in der die Forellen fressen, bleibt man bei diesem Tempo.
Welche Rute braucht man zum Sbirolino-Angeln?
Eine lange, sensible Rute von 3,60 bis 4,50 Metern mit weicher Spitze - die Länge bringt Wurfweite und puffert im Drill das feine Vorfach an der oft kämpferischen Forelle. Alternativ gehen leichte Feeder- oder Posenruten. Dazu passt eine kleine bis mittlere Stationärrolle mit feiner Bremse.
- DR. CATCH - Sbirolino-Angeln für Anfänger
- blinker.de - Angeln mit Sbirolino: alles, was ihr wissen müsst
- outdoorequipper.com - Sbirolino-Montage: schwimmend und sinkend
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.