Der Dorsch (Gadus morhua) ist ein bodennaher Raubfisch der Ostsee, Nordsee und des Nordatlantiks. Dorsch und Kabeljau sind dieselbe Art - Dorsch nennt man die kleineren Ostsee-Tiere, Kabeljau die großen wandernden Nordsee- und Atlantikfische, Skrei den norwegischen Winterkabeljau. Kennzeichen sind drei abgerundete Rückenflossen, zwei Afterflossen, eine kräftige Bartel am Unterkiefer und eine helle, geschwungene Seitenlinie; die Färbung ist marmoriert und hängt vom Lebensraum ab. Durchschnittlich wird er rund 75 cm und 2,5 kg schwer, kapital bis etwa 1,5 m und 50 kg (Norwegen); Ostseedorsche bleiben kleiner. Er jagt Hering, Sprotte, Sandaal und Krebse. Ganz wichtig: Der Bestand in der westlichen Ostsee ist stark dezimiert, und das gezielte Angeln auf Dorsch ist dort für Freizeitangler derzeit ganzjährig verboten (Stand 2026, jährlich per EU-Verordnung geregelt) - ein Beifang ist schonend zurückzusetzen. Vor dem Angeln unbedingt den aktuellen Stand prüfen.
Kaum ein Fisch erzählt die Geschichte der Ostsee so deutlich wie der Dorsch. Über Generationen war er der Brotfisch der Küstenangler - vom Kutter mit dem Pilker, von der Mole mit dem Gummifisch, watend mit dem Blinker. Dann brach sein Bestand zusammen, und heute steht der Dorsch vor allem für ein Fangverbot. Dieser Steckbrief zeigt den Fisch - seine Verwandtschaft, seine Merkmale, seinen Lebensraum - und ordnet die aktuelle Rechtslage ehrlich ein.
Dorsch, Kabeljau, Skrei - eine Art
Dorsch und Kabeljau sind derselbe Fisch (Gadus morhua). Die Namen unterscheiden nach Größe und Region:
- Dorsch heißen die kleineren Tiere, allen voran der Ostsee-Fisch.
- Kabeljau nennt man die großen, wandernden Exemplare der Nordsee und des Atlantiks.
- Skrei ist der norwegische Winterkabeljau, der von Januar bis April zum Laichen an die Küste zieht.
Die Merkmale
Der Dorsch ist gut zu bestimmen: Er trägt drei dicht beieinander liegende, abgerundete Rückenflossen und zwei Afterflossen - typisch für die Dorschartigen. Am Unterkiefer sitzt eine kräftige Bartel, mit der er am Grund nach Nahrung tastet, und entlang des Körpers zieht sich eine helle, geschwungene Seitenlinie. Die Färbung ist marmoriert und hängt stark vom Lebensraum ab - hell-sandbraun über Sandgrund, grünlich-braun in der Tiefe, der Bauch silbrig-weiß.
Lebensraum und Bestand
Der Dorsch lebt im Nordatlantik, in der Nordsee und der Ostsee als grundnaher Räuber. Er hält sich an Strukturen - Riffe, Wracks, Steinfelder und Kanten - und steht meist in 50 bis 200 Metern Tiefe, wobei er kühles Wasser bevorzugt. Er wird im Schnitt rund 75 Zentimeter und 2,5 Kilogramm schwer; kapitale Kabeljau erreichen bis etwa 1,5 Meter und 50 Kilogramm (die größten aus Norwegen), während Ostseedorsche kleiner bleiben. Sein Alter kann 20 bis 25 Jahre betragen.
Der Bestand in der westlichen Ostsee ist allerdings stark dezimiert - eine Folge jahrelanger Überfischung und ungünstiger Umweltbedingungen, die die Fortpflanzung beeinträchtigen. Genau das ist der Grund für die heutigen Fangbeschränkungen.
Der Räuber
Der Dorsch ist ein ausgeprägter Jäger. Jungfische fressen vor allem Krebstiere und Plankton, erwachsene Dorsche jagen Hering, Sprotte und Sandaal, dazu Krebse, Würmer und Muscheln - und machen auch vor den eigenen Jungtieren nicht halt. Seine Laichzeit liegt zwischen Januar und April/Mai; ein Weibchen legt Hunderttausende bis Millionen Eier. In Mecklenburg-Vorpommern gilt zum Laichschutz zusätzlich eine landesrechtliche Schonzeit vom 1. Februar bis 31. März.
Die Fangregeln: das Dorsch-Fangverbot
Das Wichtigste zuerst - und ehrlich: In der westlichen Ostsee ist das gezielte Angeln auf Dorsch für Freizeitangler derzeit ganzjährig verboten. Das Tagesfanglimit liegt bei null Dorschen, auch für Angler auf Ausflugsbooten; ein versehentlich gehakter Dorsch muss unverzüglich und schonend zurückgesetzt werden. Das Verbot gilt für die ICES-Gebiete 22 bis 24, die praktisch alle deutschen Ostsee-Angelplätze umfassen. Es besteht seit 2024 und wurde für 2026 fortgeschrieben; Grundlage ist eine jährlich neu beschlossene EU-Verordnung (für 2026 die Verordnung 2025/2454), die dem ICES-Bestandsgutachten folgt.
Ein Punkt zur Einordnung: Beim ebenfalls geregelten Lachs dürfen Ostseeangler weiterhin einen Besatzlachs (mit abgeschnittener Fettflosse) pro Tag entnehmen. Für die Nordsee gelten eigene, andere Regeln.
Über allem steht ein Hinweis, den man nicht ernst genug nehmen kann: Diese Zahlen sind eine Momentaufnahme für 2026 und ändern sich jährlich. Vor jedem Angeltag prüft man den aktuell geltenden Stand bei der zuständigen Behörde oder beim Landesanglerverband (in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein).
Wenn wieder erlaubt: das Angeln auf Dorsch
Sollte die Beangelung künftig wieder möglich werden, führen die klassischen Wege zum Dorsch über das vertikale Pilken vom Boot und Kutter, den Gummifisch am Grund sowie das Küstenangeln vom Ufer mit Blinker und Brandungsmontage. Bis dahin bleibt der Dorsch für den Angler vor allem eines: ein eindrucksvoller Räuber, dessen Bestand sich erholen soll.
Häufige Fragen zum Dorsch
Was ist der Unterschied zwischen Dorsch und Kabeljau?
Keiner, was die Art betrifft - Dorsch und Kabeljau sind derselbe Fisch (Gadus morhua). Die Namen unterscheiden vor allem nach Größe und Region: Dorsch nennt man die kleineren Tiere, allen voran den Ostsee-Fisch; Kabeljau die großen, wandernden Exemplare der Nordsee und des Atlantiks. Der Skrei schließlich ist der norwegische Winterkabeljau, der von Januar bis April zum Laichen an die Küste zieht. Biologisch ist es aber ein und dieselbe Spezies.
Woran erkennt man einen Dorsch?
An mehreren deutlichen Merkmalen: drei dicht beieinander liegende, abgerundete Rückenflossen und zwei Afterflossen (typisch für Dorschartige), eine kräftige Bartel am Unterkiefer, mit der er am Grund nach Nahrung tastet, und eine helle, geschwungene Seitenlinie. Die Färbung ist marmoriert und hängt stark vom Lebensraum ab - hell-sandbraun über Sand, grünlich-braun in der Tiefe, mit silbrig-weißem Bauch.
Wie groß wird ein Dorsch?
Im Durchschnitt etwa 75 Zentimeter und 2,5 Kilogramm. Kapitale Kabeljau erreichen bis zu rund 1,5 Meter und 50 Kilogramm - die größten dokumentierten Fische stammen aus Norwegen. Dorsche in der Ostsee bleiben deutlich kleiner und überschreiten selten den Meter. Der Fisch kann etwa 20 bis 25 Jahre alt werden.
Darf man in der Ostsee auf Dorsch angeln?
Derzeit nicht gezielt. In der westlichen Ostsee (den ICES-Gebieten 22 bis 24, die praktisch alle deutschen Angelplätze umfassen) gilt für Freizeitangler ein ganzjähriges Fangverbot - das Tagesfanglimit liegt bei null Dorschen, auch für Angler auf Ausflugsbooten. Ein versehentlich gehakter Dorsch muss unverzüglich und schonend zurückgesetzt werden. Grundlage ist eine jährlich neu beschlossene EU-Verordnung; das Verbot besteht seit 2024 und wurde für 2026 fortgeschrieben. Weil sich die Regeln jährlich ändern, muss man vor dem Angeln den aktuellen Stand prüfen.
Warum ist das Dorschangeln verboten?
Weil der Dorschbestand in der westlichen Ostsee zusammengebrochen ist - eine Folge jahrelanger Überfischung und ungünstiger Umweltbedingungen, die die Fortpflanzung beeinträchtigen. Der internationale Meeresrat ICES empfiehlt entsprechend strenge Beschränkungen, und die EU hat daraus ein Fangverbot für die Freizeitfischerei und nur noch kleine Beifangquoten für die Berufsfischerei gemacht. Ziel ist, dem Bestand die Erholung zu ermöglichen.
- Land Schleswig-Holstein - Dorsch: Regelungen für die Ostsee
- DAFV - Ostsee-Regeln 2026: Fangverbot für Dorsch bleibt
- netzwerk-angeln.de - Ostsee-Dorsch 2026: Baglimit und Fangquoten
- simfisch.de - Fischlexikon: Dorsch (Biologie)
- 16er-haken.de - Dorsch (Merkmale, Dorsch/Kabeljau/Skrei)
Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.
