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Sonnenbarsche (Centrarchidae)

ForellenbarschMicropterus salmoides

Der Forellenbarsch ist in den USA ein Superstar: 'Bass Fishing' ist dort ein Profisport mit Millionen-Preisgeldern. In Deutschland dagegen ist der großmäulige Nordamerikaner ein Phantom - nur vereinzelt vorkommend, weil ihm die Sommer zu kühl sind. Dieser Steckbrief stellt den weltweit beliebtesten Sportfisch vor.

Von der RedaktionStand: Juli 2026
Forellenbarsch (Micropterus salmoides) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Der Forellenbarsch (Micropterus salmoides), englisch Largemouth Bass, ist ein kräftiger Raubfisch aus dem östlichen Nordamerika. Trotz seines Namens ist er kein echter Barsch, sondern ein Sonnenbarsch - mit dem heimischen Flussbarsch also nicht verwandt. Sein Kennzeichen ist das sehr große Maul, dessen Spalte bis hinter das Auge reicht, dazu die dunkle, in Flecken aufgelöste Längsbinde an der olivgrünen Flanke. Typisch wird er 30-45 cm, in warmen Regionen deutlich größer. In Deutschland ist er als Neozoon nur lokal und vereinzelt etabliert, weil ihm die kühlen Sommer nicht zusagen; in Südeuropa ist er verbreiteter. Er ist der weltweit beliebteste Sportfisch, extrem kampfstark, und wird gezielt mit Gummiködern, Topwater und Wobblern beangelt - mit ausgeprägter Catch-and-Release-Kultur.

großes Maul
ErkennungszeichenMaulspalte bis hinter das Auge ('Largemouth')
30-45 cm
Größekapital bis ~70 cm / um 10 kg (warme Länder)
in DE selten
StatusNeozoon, nur vereinzelt etabliert

In Nordamerika ist der Forellenbarsch eine Ikone: Kaum ein Fisch wird dort so leidenschaftlich beangelt, “Bass Fishing” ist ein Millionengeschäft mit Profitouren und Fernsehübertragungen. In Deutschland dagegen ist derselbe Fisch eine Rarität, fast ein Phantom - man muss lange suchen, um ihm zu begegnen. Der Grund liegt im Klima. Dieser Steckbrief stellt den weltweit beliebtesten Sportfisch vor und ordnet seinen Status bei uns ehrlich ein.

Kein Barsch, sondern ein Sonnenbarsch

Der deutsche Name führt in die Irre: Der Forellenbarsch ist kein echter Barsch. Er gehört zur Familie der Sonnenbarsche (Centrarchidae) und ist damit ein Verwandter des Sonnenbarschs, nicht des heimischen Flussbarschs. Sein englischer Name Largemouth Bass - Großmaulbarsch - trifft es besser, denn sein auffälligstes Merkmal ist das sehr große Maul, dessen Spalte bis hinter das Auge reicht. Ursprünglich stammt er aus dem östlichen Nordamerika, vom Gebiet der Großen Seen bis nach Texas und Florida.

Aussehen und Größe

Der Forellenbarsch hat einen langgestreckten, seitlich abgeflachten und kräftigen Raubfischkörper. Kennzeichnend ist die dunkle Längsbinde an der Flanke, die in einzelne Flecken aufgelöst ist. Die Färbung ist oliv- bis dunkelgrün am Rücken, heller an den Flanken, weißlich am Bauch; junge Fische sind kontrastreicher gezeichnet, alte einfarbiger. Typisch wird er 30 bis 45 Zentimeter groß, in warmen Regionen deutlich größer - kapitale Fische erreichen bis zu 76 und mehr Zentimeter und rund 10 Kilogramm; der Weltrekord liegt bei 10,12 Kilogramm (Japan, 2009). In Deutschland bleiben die wenigen Fische wegen des kühleren Klimas meist deutlich kleiner.

Ein Neozoon, das es bei uns schwer hat

Der Forellenbarsch wurde 1883 nach Europa eingeführt und weltweit in dutzenden Ländern besetzt. In wärmeren Teilen Europas - Spanien, Südfrankreich, Italien, Kroatien - ist er etabliert und ein geschätzter Angelfisch. In Deutschland dagegen ist er, von vereinzelten Exemplaren abgesehen, kaum zu finden: Als wärmeliebende Art braucht er warme Stillgewässer und lange Sommer, die ihm hier fehlen - sein Invasionspotenzial ist entsprechend gering. Es gibt einzelne Nachweise, doch keine großen Bestände. Wo er sich etabliert, kann er als aggressiver Räuber Druck auf heimische Fische ausüben.

Bei der Nahrung ist der Forellenbarsch ein aggressiver Fischräuber, der Fische, Krebse, Frösche und Insekten frisst. Gelaicht wird von März bis Juli bei Temperaturen um 15 bis 16 Grad; das Männchen baut ein Nest und bewacht Gelege und Brut rund zwei Wochen.

Der Superstar des Sportangelns

Seine wahre Bedeutung hat der Forellenbarsch als Sportfisch. In den USA und Japan ist das Bass-Angeln ein Profisport mit großen Turnierserien. Gezielt beangelt wird er mit Gummiködern in vielen Rig-Varianten, mit Oberflächenködern wie Poppern und Walkern sowie mit Wobblern und Jerkbaits - klassisch im Casting an Struktur wie Kraut, Ästen und Unterständen. Er ist extrem kampfstark und berühmt für seine spektakulären Sprünge im Drill, weshalb er meist schonend zurückgesetzt wird. In Deutschland lässt er sich nur dort gezielt befischen, wo überhaupt Bestände existieren. Essbar ist er - weißes, wohlschmeckendes Fleisch -, im Sportangeln steht aber das Zurücksetzen im Vordergrund.

Häufige Fragen zum Forellenbarsch

Ist der Forellenbarsch ein echter Barsch?

Nein, trotz des Namens nicht. Der Forellenbarsch gehört zur Familie der Sonnenbarsche (Centrarchidae) und ist damit nicht mit unserem heimischen Flussbarsch (Gattung Perca) verwandt. Er ist ein nordamerikanischer Raubfisch, dessen deutscher Name irreführt - im Englischen heißt er treffender Largemouth Bass, also Großmaulbarsch, nach seinem auffällig großen Maul.

Kommt der Forellenbarsch in Deutschland vor?

Nur vereinzelt. Der Forellenbarsch wurde 1883 nach Europa gebracht und ist in wärmeren Regionen - Spanien, Südfrankreich, Italien - gut etabliert und ein beliebter Angelfisch. In Deutschland dagegen findet man ihn, von einzelnen Exemplaren abgesehen, kaum: Ihm fehlen die warmen Sommer, die er zum Laichen und Aufwachsen braucht. Es gibt vereinzelte Nachweise, aber keine großen, sich selbst tragenden Bestände - selbst im Bodensee lohnt gezieltes Angeln kaum.

Warum ist der Forellenbarsch so ein beliebter Angelfisch?

Weil er ein außergewöhnlich kampfstarker Raubfisch ist. In den USA und Japan ist 'Bass Fishing' ein Profisport mit großen Turnieren und Millionen-Preisgeldern. Gezielt beangelt wird er mit Gummiködern, Oberflächenködern (Topwater) und Wobblern, meist im Casting an Struktur wie Kraut und Totholz. Der Forellenbarsch attackiert aggressiv und liefert spektakuläre Sprünge im Drill - und wird meist schonend zurückgesetzt (Catch and Release).

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.