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Lachsfische (Salmonidae)

MeerforelleSalmo trutta trutta

Die Meerforelle ist der Silberbarren der Ostsee: eine Forelle, die im Meer aufwächst, chromblank glänzt und Angler vom Herbst bis ins Frühjahr an die Küste lockt. Das 'Mefo-Angeln' ist das beliebteste Salzwasser-Angeln der Ostsee - und die Blankforelle ein exzellenter Speisefisch.

Von der RedaktionStand: Juli 2026
Meerforelle (Salmo trutta trutta) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Die Meerforelle (Salmo trutta trutta) ist die anadrome, ins Meer wandernde Wanderform der Forelle - dieselbe Art wie Bach- und Seeforelle, nur eine andere Lebensweise. Frisch aus dem Meer ist sie silbrig glänzend ('Blankfisch'), mit schwarzen Flecken vor allem oberhalb der Seitenlinie; zum Laichen verfärbt sie sich dunkelbraun ('Braunfisch'). Vom Atlantischen Lachs unterscheidet sie der kräftige, gedrungene Schwanzstiel, die bis hinter das Auge reichende Maulspalte und die Flecken auch unterhalb der Seitenlinie. Sie wird typisch 40-70 cm groß, kapital über einen Meter. In Deutschland ist sie der Fisch der Ostseeküste (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern). Schonzeit und Mindestmaß regelt das Küsten-/Landesrecht: laichgefärbte Fische sind während der Herbst-/Winterschonzeit tabu.

40-70 cm
Typische Größekapital über 1 m / bis ~20 kg
Blankfisch
Aussehensilbrig; laichreif braun
Ostseeküste
AngelrevierSH & MV

Die Meerforelle ist der Star der Ostseeküste. Kaum ein Fisch begeistert die Küstenangler des Nordens so wie die “Mefo” - ein chromblanker Räuber, der im Meer aufwächst und vom Herbst bis ins Frühjahr in Wurfweite des Ufers jagt. Dabei ist sie biologisch nichts anderes als eine Forelle, die statt im Bach oder See im Meer groß geworden ist.

Eine Forelle, die ins Meer zieht

Wie See- und Bachforelle gehört die Meerforelle zur Art Salmo trutta - sie ist deren anadrome, ins Meer wandernde Wanderform. Die Jungfische wachsen ein bis fünf Jahre im Süßwasser auf und ziehen dann ins Meer ab, wo sie zu kräftigen Raubfischen heranwachsen. Zum Laichen kehren sie in die Flüsse und Bäche zurück. Diese Wanderung zwischen Süß- und Salzwasser prägt ihr ganzes Leben - und ihr Aussehen.

Blankfisch und Braunfisch

Frisch aus dem Meer ist die Meerforelle ein Blankfisch: silbrig glänzend, mit graugrünem Rücken, silbernen Flanken und weißem Bauch, dazu wenige schwarze, teils x-förmige Flecken. Zum Laichaufstieg verfärbt sie sich dunkel bräunlich-golden - dann spricht man vom Braunfisch oder Aufsteiger im Laichkleid. Abgelaichte, ausgezehrte Fische heißen Absteiger oder Kelts.

Weil die Meerforelle dem Lachs ähnelt, lohnt der genaue Blick: Ihre Maulspalte reicht bis hinter das Auge (beim Lachs nur bis zur Augenmitte), ihr Schwanzstiel ist kräftig und gedrungen mit fast gerader Schwanzflosse (beim Lachs dünn und stark gegabelt), und sie ist auch unterhalb der Seitenlinie gefleckt.

Größe, Lebensraum und Nahrung

Typisch wird die Meerforelle 40 bis 70 Zentimeter groß, im Durchschnitt rund 60; kapitale Fische überschreiten den Meter, das Artmaximum liegt bei etwa 130 Zentimetern und rund 20 Kilogramm. Sie lebt an den Küsten von Ost- und Nordsee, in Deutschland vor allem an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Im Meer ist sie ein wenig wählerischer Raubfisch, der Heringe, Sprotten, Sandaale und Stichlinge jagt, dazu Garnelen, Borstenwürmer und Flohkrebse - im Frühjahr schießt sie sich gern auf schwärmende Borstenwürmer ein.

Laichzeit, Schonzeit und Angeln

Gelaicht wird im Herbst und Winter (etwa Oktober bis Januar) auf kiesigem Grund der Zuflüsse. Weil die laichgefärbten Fische besonders schützenswert sind, regelt das Küsten- und Landesrecht Schonzeit und Mindestmaß - regional unterschiedlich, ohne bundeseinheitliche Tabelle. In der Ostsee gilt ein Mindestmaß von 40 Zentimetern in Schleswig-Holstein und 45 Zentimetern in Mecklenburg-Vorpommern; die Schonzeit für laichgefärbte Fische läuft in Schleswig-Holstein vom 1. Oktober bis 31. Dezember, in Mecklenburg-Vorpommern vom 15. September bis 14. Dezember, dazu kommen Schonbezirke um die Flussmündungen. Blanke, silberne Fische dürfen dort teils entnommen werden, gefärbte nicht.

Das Mefo-Angeln ist das beliebteste Salzwasser-Angeln der Ostsee. Man watet ins flache Wasser und fischt vom Ufer mit Küstenwobblern, Küstenblinkern und der Fliege, besonders im Frühjahr und Herbst. In der Küche ist der silbrige Blankfisch ein exzellenter Speisefisch mit festem, hochwertigem Fleisch - laichgefärbte Absteiger sind dagegen kulinarisch deutlich geringer und ohnehin geschützt. Wie die Süßwasser-Verwandtschaft lebt, zeigen der Bachforellen-Guide und die Seeforelle.

Häufige Fragen zum Meerforelle

Wie unterscheidet man Meerforelle und Lachs?

An drei Merkmalen. Bei der Meerforelle reicht die Maulspalte bis hinter das Auge (beim Lachs nur bis zur Augenmitte). Der Schwanzstiel ist bei der Meerforelle kräftig und gedrungen, die Schwanzflosse fast gerade - beim Lachs ist der Schwanzstiel dünn und die Schwanzflosse deutlich gegabelt. Und die Meerforelle ist auch unterhalb der Seitenlinie gefleckt, während der Lachs vor allem oberhalb Punkte trägt.

Was ist ein Blankfisch, was ein Braunfisch?

Das sind die beiden Erscheinungsformen der Meerforelle. Der 'Blankfisch' ist die silbrig glänzende Forelle frisch aus dem Meer - der begehrte, kulinarisch hochwertige Fang. Zum Laichaufstieg verfärbt sich der Fisch dunkel bräunlich-golden ('Braunfisch' oder 'Aufsteiger' im Laichkleid); abgelaichte, ausgezehrte Fische heißen 'Absteiger' oder Kelts. Laichgefärbte Fische sind während der Schonzeit geschützt und werden zurückgesetzt.

Wo und wann angelt man Meerforellen?

In Deutschland vor allem an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Das 'Mefo-Angeln' ist das beliebteste Salzwasser-Angeln der Ostsee: Man watet ins flache Wasser und fischt mit Küstenwobblern, Küstenblinkern oder der Fliege. Beste Zeit sind Frühjahr und Herbst, wenn die Fische in den flachen Uferbereichen jagen; im Sommer sind sie am schwersten zu fangen.

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.