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Katzenwelse (Ictaluridae)

ZwergwelsAmeiurus nebulosus

Wels ist nicht gleich Wels: Der Zwergwels ist ein kleiner Einwanderer aus Nordamerika und hat mit dem heimischen, über zwei Meter langen Waller nichts zu tun. Robust, anspruchslos und mit spitzen Stacheln bewehrt, hat sich der Katzenwels in vielen warmen Stillgewässern eingenistet.

Von der RedaktionStand: Juli 2026
Zwergwels (Ameiurus nebulosus) in Seitenansicht
Das Wichtigste in Kürze

Der Zwergwels (Ameiurus nebulosus), auch Brauner Zwergwels oder Katzenwels genannt, ist ein kleiner Wels aus Nordamerika und gehört zur Familie der Katzenwelse - er ist NICHT mit dem heimischen Wels/Waller (Silurus glanis) verwandt, der über zwei Meter lang wird. Der Zwergwels bleibt klein (typisch 20-30 cm, maximal ~45 cm). Er hat einen breiten, flachen Kopf mit acht Barteln, kräftige Stacheln an Brust- und Rückenflosse (Verletzungsgefahr beim Abhaken!), eine Fettflosse und eine schuppenlose Haut. Seit 1885 als Zier- und Besatzfisch in Europa, ist er robust und anspruchslos (verträgt warmes, sauerstoffarmes Wasser) und lokal als Neozoon etabliert, wo er heimische Arten verdrängen kann. Er ist ein nachtaktiver Allesfresser am Grund mit ausgeprägter Brutpflege. Beim Angeln ist er ein beißfreudiger Beifang; essbar (nach dem Häuten), in Deutschland aber kaum genutzt.

20-30 cm
Größemax. ~45 cm - viel kleiner als der heimische Wels
8 Barteln
ErkennungszeichenFettflosse, kräftige Stacheln, schuppenlos
Neozoon
Statusaus Nordamerika, nicht heimisch

“Wels” ist ein großes Wort - beim Zwergwels führt es in die Irre. Denn dieser kleine, bärtige Grundfisch hat mit dem sagenumwobenen, über zwei Meter langen heimischen Waller nichts zu tun. Er ist ein Einwanderer aus Nordamerika, ein robuster Katzenwels, der sich in vielen warmen, ruhigen Gewässern still eingenistet hat. Wer ihn fängt, sollte ihn kennen - schon wegen seiner spitzen Stacheln.

Ein Katzenwels aus Nordamerika - nicht der heimische Wels

Der Zwergwels gehört zur Familie der Katzenwelse (Ictaluridae) und stammt aus dem östlichen Nordamerika. Wichtig ist die klare Abgrenzung: Er ist nicht mit dem heimischen Wels oder Waller (Silurus glanis) verwandt. Der heimische Wels gehört zu den Echten Welsen, wird über zwei Meter lang und trägt nur sechs Barteln. Der Zwergwels dagegen bleibt klein und hat als typisches Katzenwels-Merkmal eine Fettflosse, die dem heimischen Wels fehlt. Verbindend ist allein der Name.

Aussehen: acht Barteln und spitze Stacheln

Der Zwergwels ist ein kleiner, gedrungener Wels mit breitem, flachem Kopf - der typischen Form eines Bodenfischs - und breitem Maul. Seine Haut ist schuppenlos und oberseits bräunlich bis graubraun marmoriert, unterseits weißlich; die Färbung passt sich der Umgebung an. Rund ums Maul trägt er acht Barteln (vier Paar): zwei lange am Oberkiefer und vier kürzere an der Kopfunterseite. Gefährlich sind seine kräftigen Stacheln an Rücken- und Brustflossen - beim Abhaken besteht Verletzungsgefahr. Vom ähnlichen Schwarzen Zwergwels unterscheidet er sich durch hellere Bartelbasen und einen stark gesägten Brustflossenstachel.

Größe, Lebensraum und invasiver Status

Der Zwergwels bleibt klein: typisch 20 bis 30 Zentimeter, maximal etwa 45 Zentimeter und rund zwei Kilogramm - ein Winzling im Vergleich zum heimischen Wels. Seit 1885 ist er als Zier- und Besatzfisch in Europa und bildet heute vielerorts kleine, sich selbst fortpflanzende Bestände. Sein Erfolgsrezept ist Robustheit: Er verträgt Sauerstoffarmut, warmes Wasser, schlammigen Grund und organische Belastung und besiedelt deshalb bevorzugt kleine, warme Stillgewässer, Teiche und Kanäle. Genau das macht ihn als Neozoon problematisch - als Nahrungskonkurrent und durch den Fraß von Laich und Jungfischen kann er heimische Arten verdrängen.

Als Allesfresser am Grund frisst der nachtaktive Zwergwels Insektenlarven, Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, Fischlaich und -brut, Aas und pflanzliche Kost. Gelaicht wird im Frühsommer bei rund 18 bis 20 Grad; wie beim großen Wels ist die Brutpflege ausgeprägt - die Elterntiere legen ein Nest an und bewachen den kompakten Jungfischschwarm.

Angeln und Küche

Beim Angeln fällt der Zwergwels meist als beißfreudiger Beifang beim Grund- und Nachtangeln an, gern auf Wurm, Maden, Fischfetzen oder Mais, mit der Dämmerung als bester Zeit. Beim Abhaken ist wegen der Stacheln Vorsicht geboten - ein Haken mit langem Schenkel erleichtert das Lösen. Als Neozoon sollte er in vielen Gewässern nicht zurückgesetzt werden; die genauen Regeln richten sich nach dem örtlichen Fischereirecht.

Essbar ist der Zwergwels durchaus: Sein Fleisch ist fest und weiß, in den USA gilt er als beliebter Speisefisch. In Deutschland wird er dagegen kaum genutzt - und weil er schuppenlos ist, muss er vor der Zubereitung, wie der große Wels, gehäutet werden. Den heimischen Riesen unter den Welsen stellt der große Wels-Guide vor.

Häufige Fragen zum Zwergwels

Ist der Zwergwels dasselbe wie der heimische Wels?

Nein, überhaupt nicht. Der Zwergwels (Ameiurus nebulosus) ist ein kleiner nordamerikanischer Katzenwels und mit dem heimischen Wels/Waller (Silurus glanis) nicht verwandt. Der heimische Wels gehört zu den Echten Welsen, wird über zwei Meter lang und hat nur sechs Barteln; der Zwergwels bleibt klein (meist 20-30 cm), hat acht Barteln und - als Katzenwels-Merkmal - eine Fettflosse, die dem heimischen Wels fehlt. Nur der Name 'Wels' verbindet die beiden.

Woran erkennt man einen Zwergwels?

An seinem breiten, flachen Kopf mit acht Barteln (vier Paar) rund ums Maul, der schuppenlosen, dunkelbraun bis graubraun marmorierten Haut und der abgerundeten Schwanzflosse. Wichtig sind die kräftigen Stacheln an Rücken- und Brustflossen, an denen man sich beim Abhaken leicht verletzt. Als Katzenwels trägt er zudem eine Fettflosse. Vom ähnlichen Schwarzen Zwergwels unterscheidet er sich durch hellere Bartelbasen und einen stark gesägten Brustflossenstachel.

Ist der Zwergwels invasiv?

Ja, er ist ein Neozoon aus Nordamerika, das 1885 nach Europa kam und heute lokal in warmen Stillgewässern, Teichen und Kanälen etabliert ist. Weil er sehr robust und anspruchslos ist - er verträgt Sauerstoffarmut, warmes Wasser und schlammigen Grund -, kann er als Nahrungskonkurrent und durch den Fraß von Laich und Jungfischen heimische Arten verdrängen. (Der nah verwandte Schwarze Zwergwels, Ameiurus melas, steht seit 2022 auf der EU-Liste invasiver Arten.)

Quellen

Stand der Angaben: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.