Chiemsee
Der Chiemsee - Bayerns größter See und das 'Bayerische Meer' - ist ein Raubfischrevier mit eigenem Charakter: weite Schwarmbarsch-Flachzonen, kapitale Seeforellen im Freiwasser und ein Bewirtschafter mit klaren Regeln. Was hier schwimmt, wie geangelt wird und welche Schonmaße gelten.
- Typ
- See
- Lage
- Chiemgau (Oberbayern)
- Bundesland
- Bayern
- Raubfischarten
- 5
Der Chiemsee ist mit knapp 80 km² der größte See Bayerns und der drittgrößte Deutschlands, bis zu 73 m tief und von der Tiroler Ache gespeist - ein echter Voralpensee. Als Raubfischgewässer führt er Hecht, Zander und große Barschschwärme, dazu Aal sowie die kapitale Seeforelle, Renke und Seesaibling. Bewirtschaftet wird er von der traditionsreichen Fischereigenossenschaft Chiemsee (Berufsfischer). Wichtig für Angler: gefischt wird vom Ufer oder vom Muskelkraft-Boot (kein Motor), Live-Sonar ist untersagt, herkömmliche Echolote sind erlaubt, und die Angelsaison endet am 31. Oktober. Die Schonmaße sind teils strenger als das Landesrecht - der Hecht etwa muss 55 cm messen statt 50 cm.
Das „Bayerische Meer”
Wenn Angler vom „Bayerischen Meer” sprechen, meinen sie den Chiemsee. Mit knapp 80 Quadratkilometern ist er der größte See Bayerns und der drittgrößte Deutschlands, an der tiefsten Stelle 73 Meter tief. Entstanden am Ende der letzten Eiszeit, gespeist von der Tiroler Ache und der Prien, liegt er als weite Wasserfläche vor der Alpenkulisse - mit ausgedehnten Flachwasserzonen im Norden und Westen und tiefem, kühlem Freiwasser in der Mitte. Genau diese Bandbreite macht ihn als Raubfischrevier so vielseitig.
Welche Raubfische der Chiemsee führt
Die Fischereigenossenschaft nennt Renke, Aal, Seesaibling, Seeforelle, Barsch, Hecht und Zander als die wichtigsten Vertreter - für den Raubfischangler heißt das:
- Der Barsch ist der Charakterfisch der großen Flachzonen: Der Chiemsee gilt als klassisches Schwarmbarsch-Revier, in dem man mit kleinen Gummifischen und Drop-Shot die ziehenden Schwärme sucht.
- Hecht und Zander stehen an den Kanten zwischen Flach und Tief; der Hecht lauert in den Kraut- und Schilfzonen, der Zander jagt im trüberen, tieferen Wasser.
- Der Aal wird nachts vom Ufer am Grund befischt.
- Über allem steht die Seeforelle: Sie zählt zu den wichtigsten Salmoniden des Sees, kapitale Exemplare sind belegt - ein Fisch fürs Schleppen im Freiwasser, begleitet von Renke und Seesaibling.
So wird am Chiemsee geangelt
Der Chiemsee wird von der traditionsreichen Fischereigenossenschaft Chiemsee bewirtschaftet, einem Zusammenschluss von Berufsfischern. Für Angler gelten dadurch eigene, klare Regeln:
- Nur Muskelkraft: Gefischt wird vom Ufer oder von einem mit Muskelkraft bewegten Boot - ein Motor ist zum Angeln nicht erlaubt. Fürs Bootsangeln gibt es eine Schlepp- und Spinnkarte.
- Echolot ja, Live-Sonar nein: Ein herkömmliches Echolot ist zulässig, das moderne Echtzeit-Sonar nicht.
- Saison bis Ende Oktober: Die Angelsaison endet am 31. Oktober; die kapitale Seeforelle ist zusätzlich von Oktober bis Ende Februar geschont.
Die beiden fängigsten Ansätze sind deshalb das Schleppen auf Seeforelle und Hecht im Freiwasser und das leichte Spinnfischen auf die Barschschwärme entlang der Flachwasserkanten. Weil kein Motor erlaubt ist, zählt am Chiemsee Wasserlesen mehr als Technik.
Die Regeln vor dem Angeln prüfen
Die Schonmaße am Chiemsee sind teils strenger als das bayerische Landesrecht - der Hecht etwa muss 55 statt 50 cm messen. Die genauen, gewässerspezifischen Werte je Art stehen in der Tabelle unten; sie stammen aus den Bestimmungen der Genossenschaft. Ein Überblick über die bayerischen Landeswerte findet sich in den Schonzeiten in Bayern. Verbindlich ist immer der aktuelle Erlaubnisschein des Bewirtschafters.
Schonzeiten, Mindestmaße & Fanglimits am Chiemsee
| Fischart | Schonzeit | Mindestmaß | Fanglimit |
|---|---|---|---|
| Hecht Schonzeit Bayern → | 15.02.-30.04. (Landeswert) | 55 cm | 3 Raubfische/Tag |
| Zander Schonzeit Bayern → | siehe Erlaubnisschein (Landeswert 15.02.-30.04.) | siehe Erlaubnisschein (mind. 50 cm) | - |
| Aal Schonzeit Bayern → | keine (Donau-Gebiet) | 50 cm | Uferangeln auf Aal nur 01.05.-31.10. (bis 23.30 Uhr) |
| Flussbarsch Schonzeit Bayern → | keine (Landeswert) | kein gesetzliches (nicht in der Schonmaß-Liste der Fischereigenossenschaft) | kein Barsch-Limit (das 3-Raubfisch-Limit gilt nur für Hecht, Zander, Rapfen, Forelle) |
| Forelle Schonzeit Bayern → | 01.10.-28.02. (Seeforelle, Landeswert) | 60 cm (Seeforelle, Landeswert) | siehe Erlaubnisschein |
Besonderheiten am Chiemsee
- Hecht: Schonmaß 55 cm - strenger als der Landeswert (50 cm). Boot nur mit Muskelkraft, Angelsaison bis 31.10.
- Zander: Größter See Bayerns; Zander kommt vor. Das genaue Zander-Schonmaß steht im Erlaubnisschein der Genossenschaft.
- Aal: Bayerns größter Voralpensee, bewirtschaftet von der traditionsreichen Berufsfischer-Genossenschaft. Statt einer gesetzlichen Schonzeit (Donau-System) regelt der Bewirtschafter das Aalangeln über ein Zeitfenster: gezieltes Aalfischen vom Ufer nur vom 1. Mai bis 31. Oktober (bis 23.30 Uhr, zwei Handangeln mit je einem Haken). Schonmaß laut Bestimmungen 50 cm.
- Flussbarsch: Das 'Bayerische Meer' (rund 80 km²) ist mit seinen großen Flachwasserzonen ein klassisches Schwarmbarsch-Revier. Gefischt wird nur vom Ufer oder vom Muskelkraft-Boot; Live-Sonar ist untersagt, herkömmliche Echolote erlaubt. Die Angelsaison endet am 31. Oktober.
- Forelle: Das 'Bayerische Meer': Die Seeforelle zählt laut Genossenschaft zu den wichtigsten Salmoniden des Sees (kapitale Exemplare belegt), daneben Renke und Seesaibling. Beangelbar per Schlepp- und Spinnkarte, nur mit Muskelkraft geschleppt; Seeforelle von Oktober bis Ende Februar geschont.
Die Regeln am Chiemsee setzt Fischereigenossenschaft Chiemsee. Angelkarte und Gewässerordnung des Bewirtschafters gehen im Zweifel dem Landesrecht vor - prüfen Sie vor dem Angeln die aktuell gültigen Bestimmungen Ihres Reviers.
Häufige Fragen zum Chiemsee
Braucht man am Chiemsee eine besondere Angelkarte?
Ja. Die Fischereigenossenschaft Chiemsee gibt eigene Erlaubnisscheine aus - unter anderem eine Schlepp- und Spinnkarte fürs Bootsangeln sowie Karten fürs Uferangeln. Gefischt wird ausschließlich vom Ufer oder von einem mit Muskelkraft bewegten Boot; ein Motorboot ist zum Angeln nicht zugelassen. Die genauen Bedingungen und Preise regelt die Genossenschaft in ihren Bestimmungen zur Sportfischerei.
Sind Echolot und Live-Sonar am Chiemsee erlaubt?
Ein herkömmliches Echolot ist erlaubt, das moderne Live-Sonar (Echtzeit-Sonar) dagegen untersagt. Wer vom Boot vertikal oder schleppend auf Zander, Hecht und Seeforelle fischt, darf also die Tiefe und Struktur mit einem klassischen Echolot absuchen, nicht aber mit Live-Bildern in Echtzeit.
Wann darf man am Chiemsee auf Aal angeln?
Das gezielte Aalangeln vom Ufer ist nur vom 1. Mai bis 31. Oktober erlaubt, und zwar bis 23.30 Uhr mit zwei Handangeln zu je einem Haken. Das Schonmaß für den Aal liegt bei 50 cm. Weil der Chiemsee zum Donausystem gehört, gilt für den Aal keine gesetzliche Schonzeit - der Bewirtschafter regelt das Aalangeln stattdessen über dieses Zeitfenster.
Welches Schonmaß gilt für den Hecht am Chiemsee?
Am Chiemsee muss der Hecht mindestens 55 cm messen - das ist strenger als das bayerische Schonmaß von 50 cm. Auch sonst können die Werte des Bewirtschafters vom Landesrecht abweichen; maßgeblich ist immer der aktuelle Erlaubnisschein der Fischereigenossenschaft.