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Voralpensee · Landkreis Miesbach (Oberbayern)

Tegernsee

In den 1960er bis 1990er Jahren waren Seeforelle, Seesaibling und Bodenrenke aus dem Tegernsee praktisch verschwunden. Heute werden im Bruthaus am See rund 200.000 Seeforelleneier im Jahr erbrütet, und die Berufsfischerei fing 2022 Seeforellen bis 70 Zentimeter.

Von der Redaktion Stand: 27. Oktober 2026
Angler im Ruderboot auf einem Voralpensee in Oberbayern an einem Herbstmorgen mit Nebel über dem Wasser
Typ
Voralpensee
Lage
Landkreis Miesbach (Oberbayern)
Bundesland
Bayern
Raubfischarten
3
Das Wichtigste in Kürze

Der Tegernsee im Landkreis Miesbach liegt auf 726 m Höhe, ist rund 900 ha groß und bis 73 m tief. Bewirtschafter ist die Fischerei Tegernsee, ein Berufsfischereibetrieb in Tegernsee. Geangelt wird vom 1. März bis 30. November mit staatlichem Fischereischein und einer Tages-, Wochen- oder Monatskarte der Fischerei. Die Raubfische im See sind Seeforelle, Seesaibling, Hecht, Barsch und Rutte. Nach bayerischem Recht ist der Hecht bis 30. April geschont (Schonmaß 50 cm), die Seeforelle vom 1. Oktober bis 15. März (60 cm) und der Seesaibling vom 1. Oktober bis 31. Dezember (30 cm). Im Oktober und November bleiben deshalb vor allem Hecht und Barsch. Die Karten gibt es von Anfang März bis Ende November in der Fischerei an der Seestraße 42 in Tegernsee und im Bistro der Fischerei in Bad Wiessee.

900 ha, bis 73 m
Voralpensee auf 726 m 5,7 km lang, im Mittel 35 m tief
1.3. bis 30.11.
Angelsaison Dezember bis Februar ruht das Angeln
rund 200.000
Seeforelleneier pro Jahr erbrütet im Bruthaus am See (2021)

Ein Voralpensee, der sich erholt hat

Der Tegernsee liegt auf 726 Metern Höhe, ist 5,7 Kilometer lang und bis zu 2,1 Kilometer breit. Er bedeckt rund 900 Hektar und ist bis zu 73 Meter tief, im Mittel 35 Meter. Weißach, Söllbach und Rottach speisen ihn, über die Mangfall fließt er ab. Rechnerisch tauscht sich sein Wasser in etwa 1,3 Jahren einmal aus.

Für Angler zählt vor allem die jüngere Geschichte. Zwischen den 1960er und den 1990er Jahren waren Bodenrenke, Seesaibling und Seeforelle im Tegernsee praktisch verschwunden. Seit 1965 hat der See eine Ringkanalisation, 1998 kam auf Initiative von Dr. Wißmath ein Fischbruthaus des Bezirks Oberbayern dazu, das die Fischerei Tegernsee zusammen mit der Fachberatung für Fischerei betreibt. Die Renken wurden bis etwa 2013 mit ein bis zwei Millionen Brütlingen im Jahr gestützt und tragen sich inzwischen selbst. Bei der Seeforelle ist man noch nicht so weit.

Seeforelle: der Zielfisch mit Vorgeschichte

Die Seeforelle ist der Fisch, wegen dem viele an den Tegernsee fahren. Ihr Bestand stieg nach Angaben der Fischereifachberatung des Bezirks Oberbayern von 2018 bis 2022 leicht an, trägt sich aber noch nicht selbst. Das Bruthaus wurde 2018 modernisiert und konzentriert sich seither auf die Seeforelle:

JahrErbrütete Seeforelleneier
2018rund 90.000
2019rund 150.000
2020rund 190.000
2021rund 200.000

Ein Teil der Brut geht nicht in den Tegernsee, sondern in Wiederansiedlungsprojekte anderer oberbayerischer Seen, darunter Königssee, Chiemsee, Ammersee, Kochelsee und Schliersee. Zwischen 2018 und 2021 waren das 25.000 bis 50.000 Stück im Jahr.

Wie groß die Fische werden, zeigen die Fänge der Berufsfischerei aus dem Jahr 2022: 67 Zentimeter und 4 Kilogramm im März, 70 Zentimeter und 4,8 Kilogramm im April, 62 Zentimeter im Juli, 67 Zentimeter im August. Fische um 70 Zentimeter nennt die Fachberatung „weiterhin relativ selten“. Der jährliche Beifang der Berufsfischerei liegt bei 50 bis 100 Kilogramm Seeforelle.

Zwei Probleme benennt die Fachberatung offen: Die Rottach, einer der wichtigsten Laichbäche, fällt im Unterlauf abschnittsweise trocken. Und potenzielle Laichfische werden weggefangen, von Angel- und Berufsfischern gleichermaßen. Wer eine maßige Seeforelle fängt, entscheidet also mit über den Bestand. Das Schonmaß von 60 Zentimetern ist eine Untergrenze, kein Entnahmeziel.

Geangelt wird die Seeforelle an Alpenseen vor allem mit dem Schleppfischen und dem Spinnfischen. Ob Sie vom Boot schleppen dürfen und mit welchem Antrieb, regelt die Angelkarte.

Hecht, Barsch, Seesaibling und Rutte

Neben der Seeforelle führt der Tegernsee vier weitere Raubfischarten:

  • Der Hecht steht ebenfalls im Bestand und hat in Bayern ein Schonmaß von 50 Zentimetern.
  • Der Barsch ist nach bayerischem Recht weder geschont noch an ein Maß gebunden und damit die ganze Saison über offen.
  • Der Seesaibling war wie die Seeforelle fast verschwunden und wird ebenfalls aus dem Bruthaus nachgezogen. Im November 2021 fischte Fischermeister Christoph von Preysing dafür Laichfische.
  • Die Rutte ist ein Winterlaicher und hat in Bayern ein Mindestmaß von 40 Zentimetern.

Die Hauptfischart des Sees ist allerdings die Renke, dazu kommen Karpfen, Schleie, Rotauge, Laube und Koppe.

Welche Raubfische wann offen sind

Die Angelsaison am Tegernsee läuft vom 1. März bis 30. November. Innerhalb dieses Fensters greifen die bayerischen Schonzeiten, und die liegen für jede Art anders. Der Kalender unten legt beides übereinander. Er gilt, solange die Angelkarte keine abweichende Regel nennt; Bezirke und Kreisverwaltungsbehörden dürfen Schonzeiten nach § 11 Abs. 5 AVBayFiG verändern.

ZeitraumHechtSeeforelleSeesaiblingRenkeBarsch
1. bis 15. Märzgeschontgeschontoffenoffenoffen
16. März bis 30. Aprilgeschontoffenoffenoffenoffen
Mai bis Septemberoffenoffenoffenoffenoffen
1. bis 14. Oktoberoffengeschontgeschontoffenoffen
15. Oktober bis 30. Novemberoffengeschontgeschontgeschontoffen
Dezember bis FebruarAngelsaison ruht

Daraus ergeben sich zwei klare Phasen. Im Frühjahr gehört der See bis Mitte März den Saiblings-, Renken- und Barschanglern, dann kommt die Seeforelle dazu, der Hecht erst im Mai. Im Herbst kehrt sich das um: Ab Mitte Oktober sind alle Salmoniden geschont, und es bleiben Hecht und Barsch. Der Walchensee kennt dasselbe Muster, dort sogar als ausdrückliche Regel des Bewirtschafters.

Angelkarte und Fischereischein

Den See bewirtschaftet die Fischerei Tegernsee OHG, ein Berufsfischereibetrieb mit Fischermeistern und Lehrlingen. Am Wasser brauchen Sie zwei Papiere: den staatlichen Fischereischein und eine Angelkarte der Fischerei. Angeboten werden Tages-, Wochen- und Monatskarten.

Verkauft werden die Karten von Anfang März bis Ende November an zwei Stellen. In der Fischerei in der Seestraße 42 in Tegernsee gibt es sie an Öffnungstagen ab 6 Uhr früh, im Bistro der Fischerei in Bad Wiessee ab 9 Uhr. Die Fischerei hat dienstags bis samstags geöffnet, das Bistro donnerstags bis sonntags. Montags ist beides zu. Wer am Montag ans Wasser will, kauft die Karte also vorher.

Die aktuellen Kartenpreise nennt die Fischerei unter 08022 1561. Gäste ohne Wohnsitz in Deutschland können in Bayern ohne Fischerprüfung einen Jahresfischereischein bekommen, der höchstens drei Monate im Jahr gilt. Zuständig ist die Gemeinde, in der Sie angeln wollen. Den Landesrahmen für alle Arten finden Sie bei den Schonzeiten in Bayern.

Schonzeiten, Mindestmaße & Fanglimits am Tegernsee

Fischart Schonzeit Mindestmaß Fanglimit
Hecht Schonzeit Bayern → 15.02.-30.04. (Landeswert) 50 cm (Landeswert) siehe Angelkarte
Flussbarsch Schonzeit Bayern → keine (Landeswert) kein gesetzliches Schonmaß siehe Angelkarte
Forelle Schonzeit Bayern → 01.10.-15.03. (Seeforelle, Landeswert) 60 cm (Seeforelle, Landeswert) siehe Angelkarte

Besonderheiten am Tegernsee

  • Hecht: Angelsaison am See 01.03.-30.11.; im März und April gilt für den Hecht noch die bayerische Schonzeit, sofern die Angelkarte nichts anderes festlegt. Im Oktober und November, wenn Seeforelle und Seesaibling geschont sind, zählt der Hecht zu den wenigen Raubfischen, die offen sind.
  • Flussbarsch: Barsch im Fischartenbestand des Sees geführt; nach bayerischem Recht ohne Schonzeit und ohne Schonmaß, damit während der ganzen Angelsaison vom 1. März bis 30. November beangelbar.
  • Forelle: Seeforelle: Bestand war von den 1960er bis in die 1990er Jahre praktisch verschwunden und wird seit 1998 über das Bruthaus am See gestützt (zuletzt rund 200.000 erbrütete Eier pro Jahr). Fische über 70 cm bleiben selten; Saisonstart für die Seeforelle faktisch erst am 16. März.
Bewirtschafter

Die Regeln am Tegernsee setzt Fischerei Tegernsee OHG (Berufsfischerei). Angelkarte und Gewässerordnung des Bewirtschafters gehen im Zweifel dem Landesrecht vor - prüfen Sie vor dem Angeln die aktuell gültigen Bestimmungen Ihres Reviers.

Häufige Fragen zum Tegernsee

Kann man am Tegernsee angeln?

Ja. Der Tegernsee ist vom 1. März bis 30. November für Angler offen. Sie brauchen einen gültigen staatlichen Fischereischein und eine Angelkarte der Fischerei Tegernsee, die als Berufsfischereibetrieb den See bewirtschaftet. Es gibt Tages-, Wochen- und Monatskarten. Gäste ohne Wohnsitz in Deutschland können in Bayern einen befristeten Jahresfischereischein bei der Gemeinde beantragen, in der sie angeln wollen.

Welche Fische gibt es im Tegernsee?

Die Hauptfischart ist die Renke, daneben leben Seesaibling, Seeforelle, Hecht, Barsch, Rutte, Karpfen, Schleie, Rotauge, Laube und Koppe im See. Seeforelle, Seesaibling und Bodenrenke waren zwischen den 1960er und 1990er Jahren fast verschwunden. Der Renkenbestand trägt sich heute laut Fischereifachberatung wieder selbst, Seeforelle und Seesaibling werden weiter über das Bruthaus am See gestützt.

Wo bekommt man die Angelkarte für den Tegernsee?

Bei der Fischerei Tegernsee in der Seestraße 42 in Tegernsee, an Öffnungstagen ab 6 Uhr früh, und im Bistro der Fischerei in Bad Wiessee ab 9 Uhr. Verkauft wird von Anfang März bis Ende November. Die Fischerei hat montags, sonntags und an Feiertagen geschlossen, das Bistro von Montag bis Mittwoch. Montags gibt es damit an keiner der beiden Stellen eine Karte.

Wann ist am Tegernsee Schonzeit für Hecht und Seeforelle?

Es gelten die bayerischen Landeswerte, sofern die Angelkarte keine Abweichung nennt: Hecht vom 15. Februar bis 30. April mit 50 cm Schonmaß, Seeforelle vom 1. Oktober bis 15. März mit 60 cm. Weil die Saison am See schon am 1. März beginnt, sind Hecht und Seeforelle zum Saisonstart noch geschont. Die Seeforelle wird ab 16. März offen, der Hecht ab 1. Mai.